alles-ueber-schrauben - litos/ - multidirektional winkelstabile Osteosynthese
Pionier der multidirektionalen Winkelstabilität seit 1987.

Winkelstabile Schrauben

 

Ist es sinnvoll, dass bei winkelstabilen Implantaten auf der einen Seite
winkelstabile Schrauben und auf der anderen Seite konventionelle Schrauben benutzt werden?

Es ist möglich, aber nicht sinnvoll. Winkelstabilität führt zu einer Stabilitätserhöhung und Reduzierung der Mikrobewegungen. Erfolgt eine winkelstabile Versorgung auf der einen Seite, so wird die nicht winkelstabil versorgte andere Seite stärker beansprucht, mit der Möglichkeit eines Versagens der Knochen-Implantatverbindung.

Empfehlenswert ist, dass auf jeder Seite einer instabilen Knochenzone (Fraktur, Osteotomie) winkelstabile Schrauben benutzt werden.

 

Müssen bei der winkelstabilen Osteosynthese großer Röhrenknochen wie bisher bei der konventionellen Technik vier, fünf oder mehr Schrauben eingebracht werden?

Bei der konventionellen Osteosynthese werden durch den Anpressdruck und die dadurch entstehende Reibung die Kräfte übertragen.

Bei der winkelstabilen Osteosynthese werden diese gleichmäßig über die gesamten Kontaktfläche der Schrauben im Knochen verteilt, sowie der Kontaktpunkte der Platte mit der Knochenoberfläche übergeleitet. Dabei überträgt nach eigenen Untersuchungen die erste frakturnahe Schraube ca.50 bis 60 % der Kräfte, die zweite 20 bis 30 % und die dritte Schraube etwa 10 %. Die weiteren Schrauben können in ihrer Lastübertragungsqualität vernachlässigt werden. Das bedeutet, dass es von entscheidender Bedeutung ist, auf jeder Seite zwei bis drei Schrauben winkelstabil einzusetzen.

 

Ist es sinnvoll monokortikale, winkelstabile Schrauben zu verwenden?

Es ist in der Regel nicht sinnvoll monokortikale Schrauben zu verwenden, da man die spezifischen Vorteile der Winkelstabilität nicht ausnutzt.
Je länger die Schraube ist (optimal bikortikal schräg), umso großflächiger ist die Lastverteilung im Knochen, umso stabiler ist das System und umso geringer ist die Gefahr im Hinblick auf eine Überlastung von Knochen und Implantat.

Ausnahmen gibt es z. B. im Unterkieferbereich, wenn durch eine bikortikale Schraube die Gefährdung eines Nervs gegeben ist.



D. Wolter